Berlin, 15. März 2019. Eine gute Arzt-Patienten-Kommunikation ist eine Grundvoraussetzung für den Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung und somit für den Therapieerfolg. Das gilt nicht nur für die ambulante Behandlung, sondern ebenso für die stationäre Versorgung. In dem Arzt-Patient-Verhältnis spielt die Pflege eine wichtige Rolle. Über innovative Ansätze zur Verbesserung der Kommunikation mit Patienten und Angehörigen diskutierte ein interprofessionelles Panel im Rahmen des Deutschen Pflegetags.

Bei der Kommunikation zwischen Arzt und Patient hakt es im Klinikalltag immer wieder. „Der Patient ist in einem Ausnahmezustand; er ist nervös, verunsichert und traut sich nicht, Fragen zu stellen“, so die Erfahrung von Lilo Habersack, Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation RLS e.V. „Der Arzt steht unter Zeitdruck. Ein vertrauensvolles Gespräch kann so nicht zustande kommen.“ Die eigentlichen Probleme treten häufig erst nach der Entlassung auf, ergänzte Anna Mahnke, Pflegedienstleiterin von der Universitätsklinik Regensburg. Denn vielen Patienten sei es nicht klar, wie sie die Therapie zu Hause fortsetzen müssen. Kommunikationslücken zeigen sich aber auch auf der Intensivstation, bemerkte Susanne Fieberg, Stationsleiterin Intensivstation der Berliner Charité. Von einer tatsächlich partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) ist man im klinischen Alltag noch weit entfernt. „Sobald ein Mensch krank ist, begegnen sich Arzt und Patient nicht mehr auf Augenhöhe“, bedauerte der Nürnberger Schmerztherapeut PD Dr. Michael Überall. Ein wirkliches Shared Decision Making im klinischen Alltag könne nur durch konsequente Einbindung von Pflegekräften in alle Gespräche mit dem Patienten und seinen Angehörigen umgesetzt werden. „Sie sind näher dran am Patienten und bringen ihm ein hohes Maß an Empathie entgegen“, so Überall.

Auswege aus der Arzt-dominierten Kommunikation
Um Ärzte und Pflegekräfte zu einem Team zusammenzuführen, habe man in Regensburg neue Wege eingeschlagen, erläuterte Mahnke. Im Rahmen des im Oktober 2016 gestarteten Projekts werden Besprechungen und Visiten zusammen durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden die Tagesabläufe der beiden Berufsgruppen synchronisiert und spezielle Zeitfenster für die gemeinsamen Besprechungen festgelegt. Zudem wird die gemeinsame Lehre gefördert. So stehen alle Veranstaltungen für Medizinstudenten auch den Pflegeauszubildenden offen. Die Forschung ist ebenfalls interprofessionell ausgerichtet.

Internet-basierte Programme bieten eine weitere Möglichkeit, eine Brücke zum Patienten zu schlagen, wie Überall am Beispiel Depression erläuterte. In Deutschland stehen nicht genügend Psychotherapeuten zur Verfügung, um allen Menschen mit Depression zeitnah zu helfen. Bis zu sechs Monaten müssen die Betroffenen auf einen Therapieplatz warten. Diese Lücke könnten zum Beispiel durch Online-Therapieprogramm wie deprexis®24 (www.deprexis24.de) geschlossen werden. Das interaktive Programm besteht aus verschiedenen Online-Modulen, die auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie beruhen. Das Programm führt einen interaktiven Dialog mit dem Nutzer und stellt sich dabei individuell auf seine Antworten ein. Die Ergebnisse zahlreicher unabhängiger Studien mit mehreren tausend Patienten in Deutschland und den USA belegen, dass die Anwendung von deprexis®24 über einen Zeitraum von drei Monaten mit einer deutlichen und nachhaltigen Besserung der depressiven Symptomatik einhergeht. Die stärksten Effekte lassen sich erreichen, wenn der behandelnde Arzt oder Psychotherapeut mit eingebunden wird.

Fazit: Konsequente Einbindung des Pflegepersonals und eine vertrauensvolle Teamarbeit können dazu beitragen, das Gespräch mit dem Patienten effektiver zu gestalten. Das Resultat einer verbesserten und von Empathie getragenen Kommunikation, so das übereinstimmende Fazit der interdisziplinären Diskussionsrunde, ist ein zufriedener Patient – und dies wirke sich oft auch günstig auf den Therapieerfolg aus.

deprexis®24: Effektiv, flexibel und interaktiv
Das von Servier Deutschland vertriebene und als Medizinprodukt gekennzeichnete Online-Psychotherapieprogramm deprexis®24 bietet bei unipolarer Depression oder depressiver Verstimmung eine wirksame Therapieunterstützung und/oder Wartezeitüberbrückung. Hersteller des Programms ist die GAIA AG in Hamburg.

Das interaktive Programm basiert auf anerkannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde von Ärzten und Psychotherapeuten mitentwickelt. Es ist auf allen Computern und mobilen Endgeräten verfügbar. deprexis®24 führt über einen Zeitraum von drei Monaten einen virtuellen interaktiven, dynamischen Dialog mit dem Nutzer und reagiert individuell auf dessen Antworten. Es kann mit oder ohne begleitende Unterstützung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten angewendet werden. Die Begleitung der Anwendung von deprexis®24 durch einen Arzt oder Psychotherapeuten verbessert den Effekt des Online-Psychotherapieprogramms.

Die signifikante antidepressive Wirksamkeit von deprexis®24 wurde in zwölf wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, an denen mehrere tausend Patienten in Deutschland und den USA teilgenommen haben [1-12]. Die strengen Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes werden erfüllt. Ziel ist es, dem Patienten in seiner Depression zu helfen und die Fähigkeit zu einem verbesserten Selbstmanagement zu unterstützen. Internationale Versionen gibt es zum Beispiel in Brasilien. Weitere länderspezifische Versionen sind für die nächsten Monate geplant. Weitere Informationen zu deprexis®24 unter: https://www.deprexis24.de

Servier in Deutschland: Innovationen für Patienten
Servier ist ein privates, forschendes Pharmaunternehmen, das die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt. Daher engagieren wir uns nachhaltig im Bereich Digital Health, um die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern. Ein Viertel unseres Pharma-Umsatzes investieren wir jährlich in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel, das Leben von Patienten zu verbessern. Mit 22.000 Mitarbeitern in rund 150 Ländern vertreiben wir weltweit Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depression und Diabetes und unterstützen eine Vielzahl sozialer Initiativen und Forschungsprojekte.

Quelle: Symposium „Kommunikation Arzt-Patienten: Ohne Pflege geht es nicht“ im Rahmen des Deutschen Pflegetags, Berlin, 15. März 2019

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