Berlin, 29. November 2019. – Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) stellt wichtige Weichen für die medizinische Versorgung in Deutschland. Das neue Gesetz sieht u.a. vor, dass gesetzlich versicherte Patienten einen Anspruch auf die Verordnung von digitalen Gesundheits-anwendungen (DiGAs) haben. Die Krankenkassen werden die Kosten für die DiGAs übernehmen, wenn sie die Anforderungskriterien des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfüllen und die Wirkung belegt ist. Ein Symposium von Servier im Rahmen des DGPPN-Kongresses 2019 unter Leitung von Prof. Dr. Matthias R. Lemke, Hamburg, gab einen Überblick über die Kernpunkte des DVG und die Chancen für den Praxisalltag. Am Beispiel des modular aufgebauten, CE-zertifizierten Online-Therapie-programms deprexis® verdeutlichten die Referenten, wie Ärzte und Psychotherapeuten qualitativ hochwertige digitale Gesundheitsangebote als Ergänzung zur herkömmlichen Behandlung von Depressionen optimal in die Praxisabläufe integrieren können. Nach den Erfahrungen der Experten kann der Einsatz von deprexis® zur Verbesserung der Arzt-Patienten-Bindung und der Versorgungsqualität beitragen. Wesentliche Vorteile des internet-basierten Therapieprogramms sind neben der in zahlreichen klinischen Studien [1-12] erwiesenen Wirksamkeit vor allem die einfache intuitive Anwendung, die hohe Patienten-zufriedenheit sowie die integrierte Cockpitfunktion, die dem Behandler eine unkomplizierte Verlaufskontrolle ermöglicht.

Mit dem DVG soll die Qualität der medizinischen Versorgung verbessert und die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter vorangetrieben werden. Digitale Gesundheitsanwendungen können in Deutschland – dem ersten Land weltweit – schon bald auf Rezept verschrieben werden. Entscheidend für die Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit sind die CE-Kennzeichen sowie der Nachweis des positiven Versorgungseffekts für den Patienten bzw. eines Mehrwerts für das Gesundheitswesen, berichtete Dr. Andreas Heigl, München. Um den Marktzugang innovativer digitaler Gesundheits-angebote zu beschleunigen, räumt der Gesetzgeber dem Hersteller ein, zunächst einen Antrag auf Zulassung der DiGA als Medizinprodukt der Risikoklassen I und IIa zu stellen. Wenn das BfArM dem Antrag entspricht, wird die DiGA in dem Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen nach § 139e SGB V gelistet. Der Hersteller hat nun zwölf Monate Zeit, den positiven Versorgungseffekt nachzuweisen. Währenddessen können Ärzte und Psychotherapeuten die digitale Gesundheits-anwendung bereits zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschreiben.

deprexis®: Hohe Akzeptanz seitens Ärzten und Patienten
Von einer sinnvollen DiGA sei zu erwarten, dass sie den strukturierten Informationsaustausch zwischen Ärzten und Patienten unterstütze und den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt sinnvoll ergänzte, erläuterte Dr. Thomas Müller, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) Dortmund. Für den Einsatz von deprexis® ist das der Fall, wie eine von der KVWL durchgeführte Studie zur Versorgungsforschung zeigte. Der Berufsverband der westfälischen Nervenärzte habe die Erprobung von deprexis® ausdrücklich befürwortet, so Müller. Die KVWL hat den 35 teilnehmenden Arztpraxen insgesamt 170 Lizenzen von deprexis® zur Verfügung gestellt. Eingesetzt wurde das internetbasierte Therapieprogramm primär als begleitende Therapie bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Depressionen sowie zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Therapieplatz. Sowohl die Ärzte als auch die Patienten waren laut Müller mit der Nutzung von deprexis® zufrieden. Nach Auffassung der Ärzte ist das Online-Therapieprogramm eine effektive und hilfreiche Ergänzung zur persönlichen Behandlung, ohne diese aber ersetzen zu können. Die Patientenbindung hat sich aus Sicht der Ärzte durch die Nutzung des Online-Tools noch verstärkt. Durch die Unterstützung bei der Psychoedukation und Motivationsförderung wurden sie im Praxisalltag unterstützt. Die dadurch freigesetzten Ressourcen konnten sie für die Versorgung anderer Patienten nutzen. Auch die Cockpitfunktion wurde überwiegend positiv bewertet. Dadurch erhält der Arzt wertvolle Rückmeldungen zu den Themenbereichen, die der Patient bearbeitet hat, zu eventuellen Schwierigkeiten und dem Therapieverlauf. Diese Informationen kann der Behandler dann im persönlichen Gespräch mit dem Patienten gezielt aufgreifen. Dank der einfachen intuitiven Anwendung könne das interaktive, aus zehn Modulen bestehende Online-Therapieprogramm nicht nur von den sog. „Digital Natives“, sondern auch von älteren Patienten mit eigener Interneterfahrung genutzt werden, so Müller.

deprexis® trifft auf einen hohen Bedarf in der Therapie von Depressionen
Im Versorgungsalltag besteht ein sehr hoher Bedarf an digitalen Gesundheitsanwendungen, um die Behandlung von Menschen mit Depression zu unterstützen und zu ergänzen. Das bestätigen aktuelle Daten aus dem PraxisRegister Schmerz der DGS, die PD Dr. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) und Vizepräsident Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS), auf dem DGPPN-Kongress vorstellte. Bislang sind 255.813 Behandlungsfälle dokumentiert. In 27,3% dieser Fälle lag eine behandlungsbedürftige Depression vor. Hochgerechnet auf die Daten des Bundesversicherungsamtes zur vertragsärztlichen Versorgung im Jahr 2014 haben rund 930.000 Schmerzpatienten in Deutschland gleichzeitig eine behandlungspflichtige Depression. Allerdings erhalte die Mehrzahl dieser Patienten wegen des Mangels an qualifizierten Psychotherapeuten keine zeitnahe, leitliniengerechte Therapie. „Mehr als 50.000 Patienten mit einer chronischen Schmerzerkrankung denken regelmäßig daran, sich wegen ihrer Schmerzen das Leben zu nehmen“, hob der Experte hervor. Obschon das Problem bekannt sei, fehlen entsprechende Therapieangebote. Mit der Verordnung digitaler Therapieprogramme auf Rezept würde das DVG den Ärzten die Möglichkeit bieten, depressiven Patienten einen raschen Zugang zu einer nachweislich wirksamen Therapie zu verschaffen.

deprexis® ist aber nicht spezifisch für Depressionen im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen. Vielmehr kann es von allen Menschen mit Depression und depressiver Verstimmung genutzt werden und hat damit das Potenzial, eine große Lücke im deutschen Versorgungsalltag zu schließen. In Zeiten knapper ärztlicher/psychotherapeutischer Ressourcen könne die Therapieunterstützung durch digitale Helfer die Versorgungsqualität erheblich steigern, unterstrich Überall: „Ärzte und Patienten müssen erkennen, dass der digitale Partner ihnen erlaubt, in eine neue Form der Kommunikation zu treten.“

Quelle: Satellitensymposium „Digitalisierung: Neue Chancen für die Psychiatrie“ im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN); Berlin, 29. November 2019

deprexis®: Effektiv, flexibel und interaktiv
Das von Servier Deutschland vertriebene und als Medizinprodukt gekennzeichnete Online-Psychotherapieprogramm deprexis® bietet bei unipolarer Depression oder depressiver Verstimmung eine wirksame Therapieunterstützung und/oder Wartezeitüberbrückung. Hersteller des Programms ist die GAIA AG in Hamburg.

Das interaktive Programm basiert auf anerkannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde von Ärzten und Psychotherapeuten mitentwickelt. Es ist auf allen Computern und mobilen Endgeräten verfügbar. deprexis® führt über einen Zeitraum von drei Monaten einen virtuellen interaktiven, dynamischen Dialog mit dem Nutzer und reagiert individuell auf dessen Antworten. Es kann mit oder ohne begleitende Unterstützung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten angewendet werden. Die Begleitung der Anwendung von deprexis® durch einen Arzt oder Psychotherapeuten verbessert den Effekt des Online-Psychotherapieprogramms.

Die signifikante antidepressive Wirksamkeit von deprexis® wurde in zwölf wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, an denen mehrere tausend Patienten in Deutschland und den USA teilgenommen haben [1-12]. Die strengen Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes werden erfüllt. Ziel ist es, dem Patienten in seiner Depression zu helfen und die Fähigkeit zu einem verbesserten Selbstmanagement zu unterstützen.
Internationale Versionen gibt es zum Beispiel in Brasilien. Weitere länderspezifische Versionen sind für die nächsten Monate geplant.
Weitere Informationen zu deprexis® unter: https://www.deprexis24.de

Servier in Deutschland: Innovationen für Patienten
Servier ist ein privates, forschendes Pharmaunternehmen, das die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt. Daher engagieren wir uns nachhaltig im Bereich Digital Health, um die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern.
Ein Viertel unseres Pharma-Umsatzes investieren wir jährlich in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel, das Leben von Patienten zu verbessern. Mit 22.000 Mitarbeitern in rund 150 Ländern vertreiben wir weltweit Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depression und Diabetes und unterstützen eine Vielzahl sozialer Initiativen und Forschungsprojekte.

Literatur
[1] Meyer B et al. J Med Internet Res 2009; 11: e15
[2] Berger T et al. Cogn Behav Ther 2011; 40: 251-266
[3] Moritz S et al. Behav Res Ther 2012; 50: 513-521
[4] Schröder J et al. Epilepsia 2014; 55: 2069-2076
[5] Meyer B et al. Internet Interventions 2015; 2: 48-59
[6] Fischer A et al. Lancet Psychiatry 2015; 2: 217-23
[7] Klein JP et al. Psychother Psychosom 2016; 85: 218-228
[8] Beevers CG et al. J Consult Clin Psychol 2017; 85: 367-380
[9] Berger T et al. J Affect Disord 2018; 227: 455-462
[10] Zwerenz R et al. Psychother Psychosom 2017; 86: 341-350
[11] Fuhr K et al. Psychother Psychosom Med Psychol 2018; 68: 234-241
[12] Gräfe V., Greiner: Value in Health. 2017;20(9):A714

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