Berlin, 15. März 2019. Die eigenen Grenzen zu achten, seine psychischen Grundbedürfnisse zu kennen und zu schützen und sein Potenzial auszuschöpfen, ohne sich dauerhaft zu überfordern, sind wichtige Voraussetzungen für den Berufsalltag – vor allem in der Pflege. Welche Bedeutung Freude, Glück und Humor für Pflegekräfte und Patienten haben und wie es gelingen kann, sich durch frühes Persönlichkeitstraining vor den Belastungen des Berufsalltags zu schützen, war Thema eines von Servier unterstützten Symposiums beim Deutschen Pflegetag 2019.

„Kranke und alte Menschen zu pflegen, erfordert ein Höchstmaß an Kompetenz – nicht nur fachlicher, sondern auch psychologischer Art“, so Dr. Eckhard von Hirschhausen, Moderator des Symposiums. Positive Psychologie und Humor sind eine wichtige Basis, um den beruflichen Herausforderungen dauerhaft standhalten zu können und die Aufgaben in der Pflege kompetent – aber mit Empathie gegenüber den Patienten und Teammitgliedern – zu erfüllen. Dass Humor gesundheitsfördernde Wirkungen hat und negative Emotionen reduziert, hat mittlerweile Eingang in den Pschyrembel gefunden.

Die NEXT-Studie mit rund 3.500 Pflegenden aus Deutschland hatte erstmals die Belastungen in der professionellen Pflege deutlich gemacht (www.next.uni-wuppertal.de): Nur jeder Zweite gab an, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein. Besonders alarmierend: Der Anteil der Pflegenden mit einem schlechteren Allgemeinzustand liegt zwischen 6 bis 8%. Die Burnout-Werte in der Pflege sind hoch, was einer der Gründe für die steigenden Fehlzeiten ist. Etwa jeder Fünfte denkt über einen Ausstieg aus dem Pflegeberuf nach. „Die Pflegenden, die für ihre Aufgabe brennen, brennen am schnellsten aus“, so Hirschhausen.

Persönlichkeitsbildung schon in der Ausbildung beginnen
Ein erfülltes Leben im Pflegealltag ist kein purer Zufall, sondern erlernbar. Pflegekräfte sollten von Anfang an – bereits im ersten Ausbildungsjahr – motiviert werden, zusammenzuhalten und ihre Zukunft aktiv mitzugestalten, so Katja Ranz, Krankenschwester und Dozentin aus Berlin. Das gelinge am ehesten durch konsequente Beratung und engmaschige Unterstützung. Persönlichkeitstraining, Stressbewältigungstraining und Humortraining können die herkömmlichen Lerninhalten in der Pflegeausbildung optimal ergänzen. Humortraining hat bereits Einzug gehalten in die Curricula mehrerer Pflegeschulen.

Ein Gesundheitscoping sei in Pflegeberufen allenfalls rudimentär vorhanden, so Gerrit Krause, Referatsleiter für Pflege- und Prozessmanagement der Alexianer GmbH in Münster. Hier setze das neue Unterrichtskonzept mit seinen drei Säulen an: Förderung der Arbeitsmotivation und -zufriedenheit, Resilienz und Stressmanagement sowie die Kommunikation im Team und mit den Patienten. Die Effekte des neuen Konzepts werden aktuell in einer Langzeitstudie wissenschaftlich evaluiert.

„Pflegende müssen lernen, pflegerischer mit sich selbst umgehen“, ergänzte Hirschhausen. Damit sollten sie am besten schon in der Ausbildung beginnen. Zur Unterstützung können sie auch digitale Medien heranziehen. Die Stiftung „Humor hilft heilen“ entwickelt derzeit eine interaktive App. Sie soll dazu beitragen, Persönlichkeitstraining und Humorinterventionen im Gesundheitssektor noch stärker zu verbreiten. Und wer bereits unter depressiver Verstimmung oder gar einer Depression leidet, kann sich mit dem Online-Therapieprogramm deprexis®24 (www.deprexis24.de) Hilfe holen. Das Psychotherapieprogramm besteht aus 10 Modulen, die zeitlich flexibel bearbeitet werden können – ein Vorteil gerade für beruflich stark eingespannte Menschen. Empfohlen wird eine ein- bis zweimal wöchentliche Nutzung für jeweils mindestens 30 Minuten. Die Wirksamkeit von deprexis®24 wurde in zwölf wissenschaftlichen Studien mit mehreren tausend Patienten aus Deutschland und den USA nachgewiesen.

deprexis®24: Effektiv, flexibel und interaktiv
Das von Servier Deutschland vertriebene und als Medizinprodukt gekennzeichnete Online-Psychotherapieprogramm deprexis®24 bietet bei unipolarer Depression oder depressiver Verstimmung eine wirksame Therapieunterstützung und/oder Wartezeitüberbrückung. Hersteller des Programms ist die GAIA AG in Hamburg.

Das interaktive Programm basiert auf anerkannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde von Ärzten und Psychotherapeuten mitentwickelt. Es ist auf allen Computern und mobilen Endgeräten verfügbar. deprexis®24 führt über einen Zeitraum von drei Monaten einen virtuellen interaktiven, dynamischen Dialog mit dem Nutzer und reagiert individuell auf dessen Antworten. Es kann mit oder ohne begleitende Unterstützung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten angewendet werden. Die Begleitung der Anwendung von deprexis®24 durch einen Arzt oder Psychotherapeuten verbessert den Effekt des Online-Psychotherapieprogramms.

Die signifikante antidepressive Wirksamkeit von deprexis®24 wurde in zwölf wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, an denen mehrere tausend Patienten in Deutschland und den USA teilgenommen haben [1-12]. Die strengen Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes werden erfüllt. Ziel ist es, dem Patienten in seiner Depression zu helfen und die Fähigkeit zu einem verbesserten Selbstmanagement zu unterstützen. Internationale Versionen gibt es zum Beispiel in Brasilien. Weitere länderspezifische Versionen sind für die nächsten Monate geplant.
Weitere Informationen zu deprexis®24 unter: https://www.deprexis24.de

Servier in Deutschland: Innovationen für Patienten
Servier ist ein privates, forschendes Pharmaunternehmen, das die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt. Daher engagieren wir uns nachhaltig im Bereich Digital Health, um die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern. Ein Viertel unseres Pharma-Umsatzes investieren wir jährlich in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel, das Leben von Patienten zu verbessern. Mit 22.000 Mitarbeitern in rund 150 Ländern vertreiben wir weltweit Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depression und Diabetes und unterstützen eine Vielzahl sozialer Initiativen und Forschungsprojekte.

Quelle: Symposium „Ausbildung und Persönlichkeitsbildung. Warum die positive Psychologie für die Pflege wichtig ist“ im Rahmen des Deutschen Pflegetags, Berlin, 15. März 2019

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