Wiesbaden, 5. Mai 2019. Bei Depression und depressiver Verstimmung können Internet-basierte Therapieangebote eine gezielte, individualisierte und schnelle Hilfe darstellen. Im Rahmen des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) diskutierten Ärzte gemeinsam mit Krankenkassen- und KV-Vertretern über die Grenzen und Chancen der internetgestützten Psychotherapie. Welche Qualitätskriterien Online-Therapieprogramme erfüllen sollen und wie sie im Klinik- und Praxisalltag zur Therapieunterstützung bei Depressionen optimal eingesetzt werden können, um den Betroffenen relevante Informationen und individuell passende Bewältigungstechniken zu vermitteln, verdeutlichten die Experten am Beispiel von deprexis®24. Umfassende Daten aus mehreren randomisierten Studien belegen die Wirksamkeit und Sicherheit des interaktiven, individuell modular aufgebauten Online-Therapieprogramms. Eine Cockpit-Funktion ermöglicht dem behandelnden Arzt bzw. Psychotherapeuten, beratend zu intervenieren und die Ergebnisse der Übungen in die reguläre Face-to-Face-Psychotherapie zu integrieren. Nach übereinstimmender Auffassung der Referenten kann die Nutzung des als Medizinprodukt CE-gekennzeichneten Online-Therapieprogramms deprexis®24 in Ergänzung zum persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt zu einer Qualitätssteigerung in der Versorgung depressiver Patienten führen.

„Depressionen sind häufig und rauben den Menschen gesunde Lebensjahre“, so Dr. Alexander Cherdron, Allgemeinmediziner aus Wiesbaden. Nicht zu unterschätzen sei die immense volkswirtschaftliche Bedeutung der Depression durch Arbeitsunfähigkeit und vorzeitiger Erwerbsunfähigkeit. Hausärzte als erster Ansprechpartner für die Patienten haben in der Diagnose der Depression eine wichtige Rolle inne. Sie können eine Therapie initiieren und/oder ein Online-gestütztes Therapieprogramm wie deprexis®24 empfehlen.

Nach den Erfahrungen von Dr. Lotta Winter, Psychotherapeutin aus Hannover, ist die Online-Psychotherapie eine wichtige Ergänzung im Versorgungsalltag. „Wir benötigen moderne, flexible Therapieansätze.“ Das Online-Therapieprogramm deprexis®24 könne vielfältig eingesetzt werden – nicht nur zur Überbrückung der Wartezeiten auf einen Therapieplatz, sondern auch therapiebegleitend mit dem Vorteil der strukturierten und standardisierten Psychoedukation. Die Kosten für das dreimonatige Online-Therapieprogramm werden bereits von einigen Krankenkassen übernommen. Für Patienten, die einen regelmäßigen Termin wegen beruflicher Verpflichtungen oder großer Entfernungen nicht einhalten können, ist deprexis®24 ebenfalls eine effektive Therapieoption. Im Anschluss an eine stationäre Behandlung kann der Patient über eine Cockpitfunktion weiterbegleitet werden. Idealerweise sollte das Programm ein- bis zweimal wöchentlich für jeweils mindestens 30 Minuten genutzt werden. „deprexis®24 ist eines der am besten untersuchten Programme für Menschen, die an einer Depression leiden“, betonte Winter. Die antidepressive Wirksamkeit und Sicherheit des aus zehn Modulen bestehenden Online-Therapieprogramms wurde in zahlreichen randomisierten Studien nachgewiesen [1-12] – auch bei Patienten, die im Rahmen von Epilepsie [4] oder Multipler Sklerose [6] an depressiven Symptomen litten, sowie begleitend zu einer ambulanten Psychotherapie [10].
 

Strenge Qualitätskriterien gegen den Wildwuchs in der digitalen Psychotherapie
Um den Ärzten im Dschungel der medizinischen Internetangebote konkrete Hilfe für die Empfehlung wirksamer Programme zur Prävention und Behandlung psychischer Störungen an die Hand zu geben, haben die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) und die DGPPN konkrete Qualitätskriterien entwickelt [13]. Wie Prof. Dr. Christine Knaevelsrud, Berlin, berichtete, müssen folgende Basisanforderungen erfüllt sein, um eine Selbst-Management Intervention zu zertifizieren: (1.) Patientensicherheit im Krisenfall und Datenschutz, (2.) therapeutische Qualitätsanforderungen (u.a. Beteiligung von Ärzten/Psychotherapeuten bei der Entwicklung der Intervention), (3.) Nachweis der Wirksamkeit im Rahmen von mindestens einer randomisierten kontrollierten Studie, (4.) transparente Darstellung zentraler Informationen für den Nutzer, wie beispielsweise Kosten und Inhalte. Aber auch wenn eine Internet-basierte Intervention den Zertifizierungsprozess erfolgreich durchlaufen hat, habe dies nicht automatisch die Integration in die Routineversorgung zur Folge, gab Knaevelsrud zu bedenken.
 

Erfolgreiche Einbindung der Internet-gestützten Therapie in den Klinikalltag
Wie es gelingen kann, webbasierte Therapieoptionen stärker als bisher in die Versorgung von Patienten mit einer Depression zu integrieren, zeigt ein Modellprojekt der Bundesinnungskrankenkasse Gesundheit (BIG) in Kooperation mit drei Partnerkliniken aus Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen des erweiterten Entlassmanagements in der Psychiatrie übernehme die Krankenkasse die Kosten für den Einsatz von deprexis®24 zur Patientenschulung, erläuterte Achim Beißel von der BIG Dortmund. Ziel des derzeit noch laufenden Projekts ist es, durch den Einsatz der Online-Psychotherapie den stationären Behandlungserfolg zu stabilisieren und in das ambulante Setting zu überführen.

Auf eine verbesserte Patientenversorgung durch sinnvollen Einsatz von deprexis®24 setzt auch ein gemeinsames Projekt der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und des Berufsverbandes der westfälischen Nervenärzte e.V.  (BVDN). Aus Sicht der KV liege ein wesentlicher Vorteil digitaler Psychotherapie-Programme in der sinnvollen Ergänzung zum persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt, so Dr. Thomas Müller, KVWL Dortmund. Durch die strukturieren Fragen und Antworten könne deprexis®24 zu einer Qualitätssteigerung führen. Zudem erlaube die Cockpit-Funktion ein gezielteres Monitoring. Der behandelnde Arzt könne die Daten als Basis für eine elektronische Patientenakte heranziehen. Das Projekt startete im April 2018 und wird voraussichtlich Mitte 2019 abgeschlossen werden. Am Ende des Projekts erfolgt eine gemeinsame Evaluation der KVWL mit den beteiligten Ärzten. Die bisherige Resonanz sei vielversprechend, so Müller. Unabhängig vom Lebensalter, Geschlecht und Bildungsniveau waren die teilnehmenden Patienten mit der Anwendung von deprexis®24 zufrieden. Auch die Resonanz der Ärzte war positiv. Diese begrüßten vor allem die integrierte Cockpit-Funktion. Das Angebot habe die Face-to-Face-Therapie unterstützt und die Patientenbindung sogar noch verstärkt. Vor dem Hintergrund der bisherigen Evidenz aus klinischen Studien und der praktischen Anwendung plädierte Müller ausdrücklich dafür, den Transfer des webbasierten Therapieprogramms in die Regelversorgung weiter voranzutreiben.

deprexis®24: Effektiv, flexibel und interaktiv
Das von Servier Deutschland vertriebene und als Medizinprodukt gekennzeichnete Online-Psychotherapieprogramm deprexis®24 bietet bei unipolarer Depression oder depressiver Verstimmung eine wirksame Therapieunterstützung und/oder Wartezeitüberbrückung. Hersteller des Programms ist die GAIA AG in Hamburg.

Das interaktive Programm basiert auf anerkannten Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie und wurde von Ärzten und Psychotherapeuten mitentwickelt. Es ist auf allen Computern und mobilen Endgeräten verfügbar. deprexis®24 führt über einen Zeitraum von drei Monaten einen virtuellen interaktiven, dynamischen Dialog mit dem Nutzer und reagiert individuell auf dessen Antworten. Es kann mit oder ohne begleitende Unterstützung durch einen Arzt oder Psychotherapeuten angewendet werden. Die Begleitung der Anwendung von deprexis®24 durch einen Arzt oder Psychotherapeuten verbessert den Effekt des Online-Psychotherapieprogramms.

Die signifikante antidepressive Wirksamkeit von deprexis®24 wurde in zwölf wissenschaftlichen Studien nachgewiesen, an denen mehrere tausend Patienten in Deutschland und den USA teilgenommen haben [1-12]. Die strengen Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes werden erfüllt. Ziel ist es, dem Patienten in seiner Depression zu helfen und die Fähigkeit zu einem verbesserten Selbstmanagement zu unterstützen.
Internationale Versionen gibt es zum Beispiel in Brasilien. Weitere länderspezifische Versionen sind für die nächsten Monate geplant.
Weitere Informationen zu deprexis®24 unter: https://www.deprexis24.de

 

Servier in Deutschland: Innovationen für Patienten
Servier ist ein privates, forschendes Pharmaunternehmen, das die Bedürfnisse von Patienten sowie Innovationen in den Mittelpunkt aller Aktivitäten stellt. Daher engagieren wir uns nachhaltig im Bereich Digital Health, um die Versorgung von Menschen mit Depressionen zu verbessern.

Ein Viertel unseres Pharma-Umsatzes investieren wir jährlich in Forschung und Entwicklung, mit dem Ziel, das Leben von Patienten zu verbessern. Mit 22.000 Mitarbeitern in rund 150 Ländern vertreiben wir weltweit Arzneimittel zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Depression und Diabetes und unterstützen eine Vielzahl sozialer Initiativen und Forschungsprojekte.

Symposium „Webbasierte Psychotherapie im Dialog: Für wen, wie funktioniert‘s, wie integriert man das in die Versorgung?“ im Rahmen des 125. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM), Wiesbaden, 5. Mai 2019

 

Literatur
[1] Meyer B et al. J Med Internet Res 2009; 11: e15
[1] Meyer B et al. J Med Internet Res 2009; 11(2):e15. doi: 10.2196/jmir.1151
[2] Berger T et al. Cog Behav Ther 2011; 40: 251-266
[3] Moritz S et al. Behav Res Ther 2012; 50: 513-521
[4] Schröder J et al. Epilepsia 2014; 55: 2069-2076
[5] Meyer B et al. Internet Interventions 2015; 2: 48-59
[6] Fischer A et al. Lancet Psychiatry 2015; 2: 217-223
[7] Klein P et al. Psychother Psychosom 2016; 85:218-228
[8] Beevers, C.G., et al. J Consult Clin Psychol, 2017:367-380
[9] Zwerenz, R., et al. Psychother Psychosom, 2017:341-350
[10] Berger T, et al. J Affect Disord; 2018;227:455-62
[11] Gräfe V., Greiner W: Internet-based treatment of depressive symptoms – a health economic evaluation of costs and benefits, oral presentation, 6. Bayerischer Tag der Telemedizin 2018
[12] Fuhr K, Fahse B, Hautzinger M, Gulewitsch MD. Psychother Psychosom med Psychol. 2018; 68(6):234-41.
[13] Klein JP et al. Nervenarzt 2018; 89: 1277-1286

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