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Hintergründe zum Schlaganfall

Was ist ein Schlaganfall?

SchlaganfallEin Schlaganfall (Apoplex) ist definiert als eine plötzliche Unterbrechung der Durchblutung des Gehirns ( sog. Ischämie) oder als Blutung im Gehirn. Es handelt sich hierbei um ein akutes bedrohliches Ereignis, welches einer schnellstmöglichen Notfallversorgung bedarf. Als Folgerscheinungen treten zum Beispiel neurologische Ausfälle auf, die mit dem betroffenen Gebiet des Gehirns in engem Zusammenhang stehen. Auftretende Symptome können dabei halbseitige Lähmungserscheinungen (sog. Hemiplegie) sein, Sprachstörungen oder auch Bewußtlosigkeit. Die auf Unterversorgung mit Sauerstoff sehr empfindlich reagierenden Nervenzellen in den betroffenen Hirnarealen können dabei sehr leicht geschädigt bzw. abgetötet werden. Zu beachten ist hierbei, dass nur leicht geschädigte Zellen sich wieder regenerieren können, während tote Gehirnzellen für immer verloren sind.

In den letzten Jahrzehnten ist die Sterblichkeit von Schlaganfallpatienten erfreulicherweise deutlich zurückgegangen. Trotzdem ist der Schlaganfall weiterhin einer der Hauptgründe für die Pflegebedürftigkeit älterer Menschen.


Wer kann von einem Schlaganfall betroffen sein?

Ein Schlaganfall betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch jüngere Menschen im Alter von unter 45 Jahren können einen Schlaganfall erleiden.

Die Rate tödlich verlaufender Schlaganfälle beträgt durchschnittlich 10 % und ist damit in Deutschland nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache.

Welche Risikofaktoren gibt es, die das Auftreten eines Schlaganfalls begünstigen?

Für die Entstehung eines Schlaganfalls sind mehrere Risikofaktoren bekannt:

  • Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung, bestehende Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • Diabetes mellitus, Nikotinabusus
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit.


weiter Risikofaktoren:

  • Stress
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Störungen der Blutgerinnung

 

Was ist die Ursache für einen Schlaganfall?

Für das Entstehen eines Schlaganfalls gibt es zwei Hauptursachen:

  • 80 % aufgrund einer Behinderung der Durchblutung (Ischämie)
  • 20 % aufgrund einer Blutung im Gehirn.

 

Welche Rolle spielt eine Arteriosklerose?

Die Arteriosklerose stellt den Hauptgrund für einen Gefäßverschluss dar. Plaques in den Blutgefäßen, bestehend zum Beispiel aus Cholesterinablagerungen, nehmen auf Dauer an Größe zu und können so zu einer Verengung des betroffenen Gefäßes führen. Besonders Patienten mit erhöhten Cholesterinwerten oder auch Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko eine relevante Arteriosklerose auszubilden, die eine Ischämie bewirken könnte.


Was ist eine Embolie?

Von einer Embolie spricht man, wenn ein Blutgefäß (meistens eine Arterie) durch zum Beispiel Zellmaterial oder Blutgerinnsel verschlossen wird. Dieser sogenannter Embolus (Pfropf im Blutgefäß) wird durch den Blutstrom immer weiter in engere Blutgefäße gespült, bis schließlich das betroffene Gefäß verschlossen wird. Der Embolus selbst besteht meistens aus alten Zellen, Blutplättchen, Substanzen der Blutgerinnung oder auch Cholesterinplaques. Sie können sich an der Innenseite der Blutgefäße, oder auch im Inneren der Herzkammern bilden. Die Bildung dieser Emboli erfolgt bevorzugt an Stellen, an denen eine verlangsamte Blutströmung vorliegt, beispielsweise in Aussackungen von Gefäßen (sog. Aneurysmen) oder im Bereich einer vorgeschädigten Herzwand, die - aufgrund unterschiedlicher Ursachen (z. B. nach einem Herzinfarkt) - nicht mehr richtig funktioniert und daher nur noch eine eingeschränkte Pumpfunktion aufweist.


Wie kann eine Blutung im Gehirn entstehen?

Eine Hirnblutung, auch intrazerebrale Blutung genannt, kann bei einem plötzlichen Druckanstieg entstehen (auch sog. hämorrhagischer Infarkt). Es kommt hierbei zu einer Zerreisung (Ruptur) der betroffenen Hirnarterie, v. a. bei schon vorbestehendem Bluthochdruck, oder einer krankhaften Erweiterung der Gefäßwand (sog. Aneurysma). Wichtig ist hierbei, dass bis zu 80 % der großen Blutungen im Gehirn (sog. Hirnmassenblutung) für den Patienten einen tödlichen Verlauf nehmen.


Wie kann eine Blutung im Gehirn entstehen?

Die Behinderung der Durchblutung der Hirnarterien lässt sich in folgende Stadien einteilen:

  1. Asymptomatische Stenose (Gefäßveränderungen sind vorerst ohne Folgen)
  2. TIA (Transitorische Ischämische Attacke): Es handelt sich hierbei um kurzfristige neurologische Ausfälle, zum Beispiel bei einer kurzen Durchblutungsstörung aufgrund von Einengungen der Halsgefäße, die sich innerhalb von Minuten bis höchstens 24 Stunden zurückbilden.
  3. PRIND (Prolongiertes Reversibles Ischämisches Neurologisches Defizit): In diesem Fall halten die neu aufgetretenen neurologischen Störungen länger als 24 Stunden an, bilden sich anschließend aber wieder vollständig zurück.
  4. Schlaganfall: Beim Schlaganfall bleiben neurologische Schädigungen bzw. Defizite auch nach mehreren Tagen bestehen und bilden sich nicht mehr vollständig zurück.

Je nach Lokalisation des für den Schlaganfall verantwortlichen Gefäßverschlusses, können die auftretenden neurologischen Defizite sehr unterschiedlich sein:

  • Sprach- oder Bewusstseinsstörungen
  • Störungen der Sensibilität, z.B. auf einer Körperhälfte
  • Störungen der Motorik
  • Lähmungen
  • Auftreten von Schwindel
  • Depression
  • Bewußtlosigkeit

 

Wie wird ein Schlaganfall festgestellt bzw. diagnostiziert?

Bei der Diagnose eines Hirninfarktes ist stets auf die Vorgeschichte des Patienten zu achten, da die beschriebenen Symptome z. T. auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden können.

Ein direkter Nachweis eines Hirninfarktes gelingt in den meisten Fällen durch die bildgebende Diagnostik, wie Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT).


Wie sieht die Behandlung beim Schlaganfall aus?

Beim akuten Hirninfarkt wird versucht, den eingetretenen Schaden so weit wie möglich zu begrenzen, sowie Rezidive und Komplikationen vorzubeugen. Genau aus diesem Grund wird heutzutage versucht, den Patienten notfallmäßig möglichst innerhalb von 3 Stunden nach Auftreten des Schlaganfalls einer geeigneten Behandlung zuzuführen.

Im Akutstadium eines Hirninfarktes kann versucht werden, eine Auflösung des verantwortlichen Embolus mittels sog. "Thrombolyse" zu erreichen.
Die Behandlung des Patienten sollte, wenn möglich, auf sogenannten "stroke units" durchgeführt werden, die auf die Behandlung und Überwachung von Schlaganfallpatienten spezialisiert sind.

Eine medikamentöse Therapie erfolgt meistens mit Blutgerinnungshemmern, wie z. B. Acetylsalicylsäure, um eine Embolusbildung durch eine erneute Blutverklumpung zu vermeiden.
Die sofortige krankengymnastische Behandlung der Patienten, auch bei Bettlägerigkeit, stellt zudem einen weiteren wichtigen Eckpfeiler der Therapie dar.


Sind Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll?

Eine Rehabilitationsmaßnahme sollte so früh eingeleitet werden, wie es der körperliche Zustand des Patienten erlaubt. Hierbei stehen Maßnahmen zum Training des Bewegungsapparats oder auch Sprechübungen mit Hilfe von Logopäden im Vordergrund. Die Therapie wird normalerweise sofort im Krankenhaus begonnen und sollte über eine Reha-Maßnahme hinaus auch in der häuslichen Umgebung fortgeführt werden. Durch ein konstantes Training der Patienten werden heute bei vielen Patienten außerordentliche Therapieerfolge erzielt, die wesentlich zur Regeneration und Verbesserung der Lebensqualität beitragen können.


Welche Maßnahmen zur Vorbeugung sind sinnvoll?

  • regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, ggf. medikamentöse Therapie
  • Kontrolle des Blutzuckers
  • gesunde fettarme Ernährung, Kontrolle des Cholesterinspiegels
  • Rauchen einstellen
  • auftretende Symptome die auf einen Schlaganfall hinweisen ernst nehmen und ggf. sofort den Arzt aufsuchen.