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Glossar

Agonist
Pharmakologischer Wirkstoff, der die Wirkweise ausgewählter Botenstoffe des Nervensystems an Rezeptoren nachahmt.

 

Antagonist
Pharmakologischer Wirkstoff, der die Informationsübertragung an den Rezeptoren blockiert.

 

Antidepressive Wirklatenz
Verzögerter Wirkeintritt von Antidepressiva (in der Regel nach 3-4 Wochen volle Wirkung nachweisbar).

 

Depression und Schlafstörungen
Schlafstörungen sind eines der häufigsten Symptome bei Depression. Etwa 80 Prozent aller Depressionskranken leiden darunter.

 

Dopamin
Neurotransmitter, der als Nebenprodukt der Adrenalin-Biosynthese gebildet wird.

 

Hormone
Biochemische, körpereigene Botenstoffe, die Informationen von Organen und Geweben zueinander übermitteln und im Organismus über das Blut verbreitet werden.

 

Hypersomnie
Übermäßiges Schlafverhalten. Patienten schlafen länger als üblich, sind tagsüber müde und neigen zu vermehrtem "Schlafverlangen".

 

Insomnie/Hyposomnie
Schlaflosigkeit./ Ein- und/ oder Durchschlafstörung; morgens frühes Erwachen.

 

Limbisches System
Das limbische System steuert als Funktionseinheit des Gehirns Emotionen und setzt Gefühle, Stimmungen, Affekte und Triebe in Verhaltensmuster um.

 

Melatonin
Ein Hormon, das in der Zirbeldrüse des Zwischenhirns aus Serotonin gebildet wird
und den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert. Bei Eintritt von Dunkelheit wird über die Zirbeldrüse Melatonin ausgeschüttet. Melatonin wirkt schlafregulierend, bei Einfall von Tageslicht in das Auge wird die Ausschüttung von Melatonin dann wieder eingestellt. Letztendlich nimmt Melatonin Einfluss auf die innere Uhr und damit zirkadiane Rhythmik.

 

Monoaminooxidase
Enzym, das am Abbau von Neurotransmittern wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn beteiligt ist.

 

Noradrenalin
Neurotransmitter (Botenstoff) und Hormon, das Emotionen und Gefühle beeinflusst. Bei Stress wird Noradrenalin vermehrt ausgeschüttet.

 

Neurologie
Fachgebiet der Medizin, das sich mit Erkrankungen des Nervensystems befasst.

 

Neurotransmitter
Biochemische Stoffe, die Informationen von einer Nervenzelle zur anderen, über die Synapsen weiterleiten ("Botenstoff").

 

Psychopharmaka
Arzneistoffe, die speziell zur Behandlung von Erkrankungen aus dem Bereich des zentralen Nervensystems eingesetzt werden.

 

Psychotherapie
Behandlung von seelischen Störungen durch psychologische Verfahren wie Tiefenpsychologie, kognitive Therapie und/oder Verhaltenstherapie.

 

Remission
Weitestgehende Rückbildung und somit Normalisierung der Krankheitssymptome bzw. des Gemütszustands nach Therapie.

 

Remitter
Patienten, bei denen die Therapie zu einer Remission geführt hat.
Remitter sind in Studien definiert (z. B. Hamilton <7, MADRS <12).

 

Responder
Patienten, bei denen die Symptome der Depression im Vergleich zum Zustand vor der Therapie um mindestens 50 % zurückgegangen sind.

  

Responderrate
Der prozentuale Anteil  von Respondern aus einer Gruppe behandelter Patienten.

 

Rezeptor
Eiweiß-Molekül in der Zellmembran, das Neurotransmitter bindet.

 

Rezidiv
Rückfall.

 

Rezidivprophylaxe

Vorbeugende Maßnahmen um einen Rückfall zu vermeiden. 

 

Serotonin
Wichtiger Neurotransmitter (Botenstoff) im Gehirn, der für die Stimmung mitverantwortlich ist ("Glückshormon").

 

Serotonin-Antagonist
Blockiert/hemmt den Serotoninrezeptor.

 

SNRI
Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Inhibitor (SNRI)
Antidepressiva, die die Rückaufnahme der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin hemmen. Dadurch wird eine höhere Konzentration von Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt erreicht.

 

SSRI
Selektiver Serotonin-Reuptake-Inhibitor. Antidepressiva, die lediglich an den Serotonin-Rezeptoren wirken und eine Wiederaufnahme des Neurotransmitters in den synaptischen Spalt verhindern. Dadurch wird eine höhere Konzentration des Serotonins im synaptischen Spalt erreicht.

 

Synapse
Kontaktstelle zwischen zwei  Nervenzellen, die für die Informationsübertragung  von Nervenzellen zueinander zuständig ist. (Umschaltstelle für Erregungsübertragung).

 

Synaptischer Spalt
Winziger Spalt zwischen präsynaptischem und postsynaptischem Neuron, in den Neurotransmitter ausgeschüttet werden, welche für die Reizweiterleitung notwendig sind.

 

Trizyklikische Antidepressiva
Trizyklika sind die älteste Gruppe der Antidepressiva und werden hauptsächlich bei schweren Depressionen eingesetzt. Sie wurden in den 50er Jahren entwickelt.

 

Zentralnervensystem
Besteht aus dem Gehirn und Rückenmark und verarbeitet Informationen des Körpers sowie der Umwelt.

 

Zirkadianer Rhythmus
Abgeleitet von lateinisch: Circa: etwa und Dies: der Tag
Im menschlichen  Körper laufen viele Vorgänge rhythmisch ab, wovon wiederum etliche einen 24 Stunden Rhythmus aufweisen. Gesteuert wird die zirkadiane Rhythmik über den Nucleus suprachiasmaticus im Gehirn, der auch als "innere Uhr" bezeichnet wird. Die zirkadiane Rhythmik hat Einfluss auf biologische und physiologische Faktoren wie  z.B. Körpertemperatur und Blutdruck, Hormonausschüttung und insbesondere auf den Schlaf-Wach-Rhythmus.