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Daten und Fakten zur Depression in Deutschland

Depression ist die weltweit häufigste psychische Erkrankung1 und tritt in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf.2 Mediziner unterscheiden zwischen der leichten, mittel-gradigen und schweren depressiven Störung. Entscheidend für die Unterteilung ist die Dauer und Intensität mit der die Symptome auftreten. Halten die Symptome länger als zwei Wochen an, muss von einer behandlungsbedürftigen Depression ausgegangen werden.1 Mediziner unterscheiden außerdem zwischen unipolaren und bipolaren Depressionen. Bipolare Depressionen äußern sich durch das zusätzliche Auftreten von manischen Erkrankungsphasen, die durch eine krankhafte Hochstimmung gekennzeichnet sind.

 

Depressive Verstimmung, Interesse- und Freudlosigkeit sowie Schlafstörungen sind die häufigsten Symptome bei Depressionen. Eine Störung der Schlafkontinuität ist bei in etwa 80 % aller Patienten gegeben und erhöht das Rückfallrisiko einer erneuten depressiven Episode.

 

 Symptom  %
 Insomnie  100
 traurige Verstimmung  100
 Weinerlichkeit  94
 Konzentrationsschwäche  91
 Suizidgedanken  82
 Müdigkeit  76
 Reizbarkeit  76
 psychomotorische Verlangsamung  76
 Appetitmangel  66
 Tagesschwankungen  64
 Hoffnungslosigkeit  51

 Gedächtnisstörungen

 35
 Wahnideen  33
 Suizidversuche  15
 akustische Halluzinationen  6

 

Tabelle: Häufigkeit typischer Symptome bei Depressionen (nach Winokur et al. 1969).

 

Psychische Symptome einer depressiven Erkrankung sind depressive Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit Schuldgefühle, Antriebslosigkeit,, Suizidgedanken, Reizbarkeit, Hoffnungslosigkeit, Angstzustände und, Konzentrationsstörungen.

Die körperlichen Krankheitszeichen der Depression sind vielfältig. Dazu zählen Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Libidoverlust, Kopf- und Rückenschmerzen, Verdauungsprobleme, Kreislaufbeschwerden, Schmerzen in der Herzgegend,
Atemnot, Gelenk und Muskelschmerzen sowie Hitzewallungen.3


Laut der WHO werden im Jahr 2020 Depressionen weltweit die zweithäufigste Ursache für gesundheitliche Beeinträchtigungen sein.4 Depressive Erkrankungen können jeden treffen und in allen Altersgruppen auftreten.

  • Weltweit sind 121 Millionen Menschen von Depressionen betroffen.2
     
  • In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen Depression.3
     
  • Unter Einbeziehung von leichteren Krankheitsverläufen gehen Experten von insgesamt etwa acht Millionen Betroffenen in Deutschland aus.
     
  • Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Männern bei 33 Jahren, bei Frauen bei 32 Jahren.1
     
  • Depressionen bleiben bei etwa 50 Prozent der Betroffenen unerkannt.3
     
  • Etwa jeder sechste Deutsche erkrankt in seinem Leben einmal daran. 
     
  • Frauen sind dabei doppelt so häufig betroffen wie Männer.4
     
  • Trotz erheblicher Einschränkungen der Lebensqualität wurde die Krankheit lange unterschätzt. 
     
  • Jährlich begehen weltweit 850.000 Betroffene aufgrund einer depressiven Erkrankung einen Suizid.4
     
  • Deutschland verzeichnet jährlich etwa 11.000 Suizide aufgrund von Depression.3
     
  • 40–50 Prozent der Suizide werden von nicht richtig behandelten oder nicht diagnostizierten Patienten begangen.3
     
  • Drei Viertel aller Suizide werden von Männern verübt.1
     
  • Im Jahr 2004 lagen die direkten Krankheitskosten bei über vier Milliarden Euro.
     
  • Laut dem Bundesministerium für Gesundheit werden aufgrund von Depressionen jährlich elf Millionen Tage durch Arbeitsunfähigkeit von etwa 300.000 Betroffenen verursacht.2
      
  • Die Kosten für depressionsbedingte Frühverrentungen liegen in Deutschland jährlich bei etwa 1,5 Milliarden Euro.
     
  • Eine kombinierte Behandlung mit Antidepressiva und Psychotherapie erzielt bei 60–80 Prozent der Betroffenen Therapieerfolge.4

 

Literatur

 

1. Bundesministerium für Gesundheit: 6. nationales Gesundheitsziel. Depressive
    Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln. 2006.
2. Bundesministerium für Bildung und Forschung: „Es ist, als ob die Seele unwohl
    wäre ...“. Depression – Wege aus der Schwermut. Forscher bringen Licht in die
    Lebensfinsternis. 2007

3. World Health Organisation 2008
4. Statistisches Bundesamt. Statistisches Jahrbuch 2007
5. Stiftung Deutsche Depressionshilfe 2008