Biologische Ursachen der Depression
Depressionen haben sowohl psychologische wie biologische Ursachen.
Informationsübertragung durch Nervenzellen
- Nervenzellen (Neuronen) sind die Zentren der Informationsverarbeitung im Gehirn.
Neurone erfüllen hierbei folgende Aufgaben:
- Reizaufnahme
- Erregungsleitung
- Reizverarbeitung
- Das menschliche Gehirn verfügt über circa 20 Milliarden Nervenzellen.
- Eine Nervenzelle besteht aus einem Zellkörper (Soma), verschiedenen verästelten Fortsätzen, den Dendriten, die die Informationen aus anderen Nervenzellen empfangen sowie einem Zellfortsatz, dem Axon, das die Informationen wieder an weitere Nervenzellen weiterleitet.
- Nervenzellen sind untereinander über Kontaktstellen, den Synapsen, verbunden.
- Nervenzellen übertragen Informationen über Nervenimpulse an den Synapsen zu anderen Nervenzellen.
- Die Informationsübertragung erfolgt sowohl über elektrische wie auch chemische Signale.
- Die elektrischen Signale werden an den Synapsen in chemische umgewandelt, um den Raum zwischen den Synapsen, den synaptischen Spalt, überbrücken zu können.
- An ihren Endungen, den Synapsenendknöpfchen, schütten die Synapsen Botenstoffe (Neurotransmitter) in den synaptischen Spalt aus.
- Diese Botenstoffe werden von der anliegenden Nervenzelle über Rezeptoren an den Synapsen aufgenommen.
- Die Nervenzelle wird so aktiviert und es entsteht ein elektrischer Impuls, der über die ganze Zelle wandert und an den Synapsen der Nervenzelle erneut in chemische Signale umgewandelt wird.
- So werden Informationen in Millisekunden über die einzelnen Nervenzellen über das Nervensystem übermittelt.
- Das Nervensystem ist eng mit dem Hormonsystem des Körpers verbunden.
Störung der Informationsübertragung der Nervenzellen bei Depression
Im limbischen System werden Erlebnisinhalte bewertet und emotionale Reaktionen ausgelöst. Bei Reizung dieser Gebiete können Wut, aber auch Lustreaktionen erzeugt werden.
- Üblicherweise erhält das limbische System, das im Gehirn für die Verarbeitung von Emotionen und Gefühlen zuständig ist, Signale von Nervenzellen, die die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin ausschütten.
- Serotonin, Noradrenalin und Dopamin sind Neurotransmitter, die Emotionen, Gefühle sowie den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen.
- Bei depressionskranken Menschen ist dieses Übertragungssystem der Nervenzellen gestört, bzw. weniger aktiv.
- Die Synapsenendköpfchen der Nervenzellen schütten weniger Botenstoffe aus. Dadurch werden nicht ausreichend Signale weitergeleitet und das limbische System nicht aktiviert.
